Blog · 12. August 2026 · 7 Min. · Build in Public
Zwei Monate, ein Wärmepumpen-Betrieb und mein liebstes Projekt dieses Jahres
Aus einer kleinen n8n-Anfrage wurde in unter zwei Monaten ein Auftragsverwaltungstool, das heute über zwölf Mitarbeitende täglich nutzen. Was mir diese Zusammenarbeit über gute Kundenprojekte beigebracht hat.

TL;DR
- Aus einer kleinen n8n-Automations-Anfrage wurde in unter zwei Monaten das Projekt, das mir dieses Jahr am meisten Spaß gemacht hat.
- Nicht die Technik war der Hebel, sondern kurze Wege, schnelle Entscheidungen und ein Kunde, der genau wusste, was er will.
- Drei Lektionen für alle, die überlegen, ob sie für ihr nächstes Projekt eine große Agentur oder jemanden wie mich holen.
Der Moment, an dem ich gemerkt habe: das wird gut
Vor knapp zwei Monaten hat sich Damian bei mir gemeldet. Die Anfrage war klein: ein paar bestehende n8n-Automationen von Wärme mit Konzept (WMK) erweitern, ein, zwei neue dazu. Genau die Art von Projekt, die man an einem Nachmittag erledigt und danach wieder vergisst.
Ist es nicht geworden. Aus der kleinen Anfrage wurde ein echtes Softwareprojekt, ein maßgeschneidertes Auftrags- und Subunternehmer-Verwaltungstool mit rollenbasierten Zugängen, automatisierten PDF-Reports und Rechnungsverarbeitung. Die technischen Details und Zahlen dazu, inklusive Timeline und Kosteneinordnung, habe ich im TAISC-Blog als Case Study aufgeschrieben. Hier will ich über etwas anderes schreiben: was diese Zusammenarbeit für mich zu einem der besten Projekte des Jahres gemacht hat, und was ich daraus für die Art, wie ich arbeiten will, mitnehme.
Lektion 1: Klein anfangen ist der beste Vertrauens-Test, den es gibt
WMK hätte gleich mit der großen Vision starten können: “Wir brauchen ein komplettes Auftragsverwaltungssystem.” Stattdessen kam eine kleine, klar umrissene Anfrage. Im Nachhinein war das genau richtig, für beide Seiten.
Für WMK war es ein risikoarmer Test, ob die Zusammenarbeit funktioniert, ohne gleich ein großes Budget zu binden. Für mich war es die Chance, zu zeigen, wie ich arbeite, bevor jemand eine fünfstellige Entscheidung treffen muss. Kein Pitch-Deck, keine Referenzliste, einfach ein kleines Stück Arbeit, das gut gemacht wurde.
Wenn ich heute gefragt werde, wie man am besten mit einem neuen Dienstleister startet: klein, konkret, mit einer Aufgabe, die in ein bis zwei Wochen fertig ist. Das sagt mehr über die Zusammenarbeit aus als jedes Erstgespräch.
Lektion 2: Kurze Wege schlagen große Prozesse
Was dieses Projekt für mich besonders gemacht hat, war nicht der Funktionsumfang. Es war, wie wir gearbeitet haben. Keine Zwischenebene, kein Projektmanager, der zwischen mir und den eigentlichen Nutzer:innen übersetzt. Direkte Abstimmung mit Damian und dem Team, kurze Feedback-Schleifen, Entscheidungen, die in Tagen statt Wochen fielen.
Das ist der Teil, den klassische Agentur-Setups strukturell schwer hinbekommen: Je mehr Rollen zwischen der Person, die etwas braucht, und der Person, die es baut, stehen, desto mehr Information geht verloren und desto langsamer wird jede Entscheidung. Bei WMK gab es diese Kette nicht. Das ist auch der Kern dessen, was ich als Forward Deployed Engineering beschrieben habe: direkt in der Codebase und im Kontext des Kunden arbeiten, statt Anforderungen über mehrere Stationen weiterzureichen.
Lektion 3: Das beste Projekt ist eins, das nicht zu Ende ist
Der Satz, der mir aus dem letzten Gespräch mit Damian am meisten hängen geblieben ist: Die Zusammenarbeit hört jetzt nicht auf, sie fängt gerade erst an. Im nächsten Schritt bauen wir auf dem bestehenden System auf und bilden weitere Prozesse ab, die bisher über einzelne SaaS-Tools oder Excel-Dateien liefen.
Das ist für mich der eigentliche Erfolgsmaßstab für ein Projekt, nicht die Zahl der ausgelieferten Features, sondern ob ein Kunde nach dem ersten Projekt mehr Vertrauen hat als vorher, nicht weniger. Bei zu vielen Software-Projekten, die ich aus zweiter Hand kenne, ist es umgekehrt: Das erste Projekt wird ausgeliefert, und danach meldet sich niemand mehr, weil die Erfahrung so mühsam war, dass man sie nicht wiederholen will.
Was das für dich bedeutet, wenn du dein nächstes Projekt vergibst
Falls du gerade selbst überlegst, wen du für ein Softwareprojekt holst, drei Fragen, die ich an deiner Stelle stellen würde:
- Kannst du direkt mit der Person sprechen, die den Code schreibt? Oder sitzt zwischen dir und der eigentlichen Umsetzung ein Account Manager, der erst intern weiterfragen muss?
- Wie schnell bekommst du nach einer Anfrage eine erste funktionierende Version zu sehen? Tage sind ein gutes Zeichen, Wochen ein Warnsignal.
- Fühlt sich das erste kleine Projekt wie ein Test für beide Seiten an, oder wie ein Vertrag, aus dem man schwer wieder rauskommt?
Genau diese drei Punkte waren es, die aus einer kleinen n8n-Anfrage ein Projekt gemacht haben, das ich als eines meiner liebsten dieses Jahr bezeichne. Nicht die Technologie, sondern wie wir zusammengearbeitet haben.
Wenn du selbst gerade an dem Punkt bist, wo Excel-Tabellen und WhatsApp-Gruppen nicht mehr reichen: lass uns unverbindlich reden, am liebsten mit einer kleinen, konkreten ersten Aufgabe.