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Joshua Heller
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Blog · 1. Juli 2026 · 9 Min. · Build in Public

Warum ein MVP heute nicht mehr 50.000 € kosten muss

Eine ehrliche Einordnung, warum ich MVPs bei TAISC für einen Bruchteil klassischer Preise kalkuliere, was dabei wirklich der Hebel ist und worauf du bei jedem Angebot achten solltest.

Warum ein MVP heute nicht mehr 50.000 € kosten muss

TL;DR

  • Klassische MVP-Angebote liegen bei 20.000–180.000 €, das ist kein Fantasiepreis, sondern reale Teamkosten über mehrere Monate.
  • Bei TAISC kalkulieren wir oft deutlich darunter, weil ein Generalist mit KI-Agenten Aufgaben übernimmt, für die früher vier Rollen nötig waren.
  • Das ist kein Trick und keine versteckte Qualitätsreduktion. Es ist eine andere Kostenstruktur, die für fokussierte MVPs funktioniert und für riesige Enterprise-Systeme nicht.

Der Moment, der mich stutzig gemacht hat

Vor ein paar Monaten saß ich in einem Gespräch mit einem Gründer, der mir sein letztes Angebot für ein MVP zeigte: 78.000 €, sechs Monate Laufzeit, ein Team aus vier Leuten. Er hatte das Projekt nicht umgesetzt, das Budget war einfach nicht da. Er ist nicht der Einzige. Ich höre diese Zahl ständig, von Gründer:innen, von Innovationsverantwortlichen im Mittelstand, die vor ein, zwei Jahren mal ein Angebot eingeholt haben und seitdem mit dieser Größenordnung im Kopf herumlaufen.

Das Problem: Die Zahl war zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich sogar fair kalkuliert. UX-Design, Frontend, Backend, Projektleitung, vier Rollen, vier Tagessätze, mehrere Monate. Das rechnet sich schnell auf sechsstellig hoch. Was sich seitdem geändert hat, ist nicht, dass Softwareentwicklung billiger geworden ist. Es ist, dass eine Person mit den richtigen Werkzeugen heute leisten kann, wofür früher vier Rollen nötig waren.

Warum ich das nicht einfach behaupte, sondern vorrechne

Ich kalkuliere MVPs bei TAISC inzwischen für einen Bruchteil dessen, was klassische Angebote aufrufen, für vergleichbaren Scope. Das ist keine Marketingzahl, ich habe die konkreten Spannen mit Marktdaten und eigenen Projekten durchgerechnet, inklusive eines interaktiven Rechners, im Blogbeitrag auf theaisoftwarecompany.com. Wer die Zahlen im Detail sehen will, findet sie dort.

Hier will ich stattdessen auf die Frage eingehen, die mich persönlich beschäftigt hat: Ist das nachhaltig, oder baue ich mir gerade ein Geschäftsmodell, das bei größeren Projekten zusammenbricht?

Die ehrliche Antwort: Es funktioniert hervorragend für fokussierte MVPs, ein Kernprozess, eine Nutzerrolle, ein überschaubares Datenmodell. Genau das Modell, das ich schon im Beitrag zu Forward Deployed Engineering beschrieben habe: ein erfahrener Engineer, der Code in deiner Codebase schreibt statt Folien zu liefern, unterstützt von Agenten, die die Fleißarbeit übernehmen. Für ein Projekt mit fünf Teams, jahrelanger Legacy-Integration und strengen Compliance-Vorgaben ersetzt das kein 20-köpfiges Team. Das würde ich niemandem verkaufen, der das eigentlich bräuchte.

Was ich bei Angeboten anderer Anbieter kritisch sehen würde

Nachdem ich selbst auf der Anbieterseite stehe, will ich hier auch offen sagen, wo ich bei fremden Angeboten skeptisch würde, das gilt völlig unabhängig davon, ob du am Ende bei uns landest oder nicht:

  1. Pauschalpreis ohne Discovery-Gespräch. Wenn dir jemand nach 30 Minuten einen exakten Festpreis nennt, ohne dein Datenmodell, deine Integrationen und deine Nutzerrollen verstanden zu haben, ist das entweder sehr grob geschätzt oder bewusst niedrig angesetzt, um dich später mit Change Requests einzuholen.
  2. Kein Budget für Anpassungen nach Launch. Rechne realistisch mit 20–40 % des ursprünglichen Budgets für Anpassungen nach den ersten echten Nutzerdaten. Ein MVP ist der Anfang, nicht das Ende.
  3. “KI macht’s automatisch billiger” ohne Beleg. Genau das ist die Behauptung, die ich in diesem Beitrag mache, und genau deswegen gehört sie belegt, nicht einfach behauptet. Frag nach konkreten Referenzprojekten, nicht nach Buzzwords.

Die Landesförderung als zusätzlicher Hebel, kein Basisplan

Für Unternehmen in Baden-Württemberg kommt oft noch ein Baustein dazu: der Innovationsgutschein BW, 50 % Förderquote bis 7.500 €, oder für anspruchsvollere Vorhaben die Hightech-Variante bis 20.000 €. Wichtig ist die Einschränkung, die ich in eigenen Kundenprojekten immer wieder erlebe: Der Gutschein ist an echtes technisches Neuland gebunden, nicht an die reine Umsetzung von Standard-Funktionalität. Eine ausführliche, aktuelle Übersicht der Programme (inklusive der 2025 eingestellten Digitalisierungsprämie Plus, die noch in vielen veralteten Artikeln geistert) findest du im TAISC-Beitrag.

Ich behandle Förderung bei jedem Projekt als Bonus, nie als Grundlage der Kalkulation. Wer in vier Wochen live gehen muss, kann nicht auf einen Förderbescheid warten, der Wochen braucht.

Was ich daraus gelernt habe

Der wichtigste Perspektivwechsel für mich war: Der Preis für ein MVP war nie das Produkt selbst, er war immer eine Funktion der Teamstruktur, die man dafür aufbauen musste. Wenn sich die Teamstruktur ändert, weil eine Person mit den richtigen Werkzeugen leisten kann, was früher vier Rollen brauchten, ändert sich zwangsläufig auch der Preis, ohne dass die Qualität leiden muss.

Das ist kein Grund für Übermut. Es ist ein Grund, bestehende Preisvorstellungen ehrlich zu hinterfragen, bei uns genauso wie bei jedem anderen Anbieter, den du gerade evaluierst.

Wenn du gerade selbst überlegst, ob dein MVP wirklich sechsstellig kosten muss: Lass uns 30 Minuten unverbindlich darüber sprechen.

Willst du das in eurem Kontext durchsprechen?

30 Minuten Erstgespräch, unverbindlich.

Lieber erstmal schreiben? joshuaheller@theaisoftwarecompany.com